Ägypten hat sich von Nationaltrainer Hossam Hassan getrennt. Der Fußballverband EFA gab am Samstagabend bekannt, dass der 60-Jährige und sein Trainer- sowie Betreuerstab mit sofortiger Wirkung freigestellt werden. Als Begründung verwies der Verband auf die Ereignisse der vergangenen Zeit und deren „negative Auswirkungen auf das positive Image und die Stabilität“ der Nationalmannschaft. Sportliche Erfolglosigkeit kann Hassan kaum vorgeworfen werden: Erst im Sommer hatte er die Pharaonen bei der Weltmeisterschaft erstmals in der Verbandsgeschichte in die K.-o.-Runde geführt. Im Achtelfinale lag Ägypten gegen Argentinien bereits mit 2:0 vorne, verlor die dramatische Partie jedoch noch mit 2:3. Anschließend hatte die EFA den Vertrag des früheren Nationalstürmers sogar bis 2030 verlängert.
Überschattet wurde Hassans Amtszeit zuletzt von mehreren Kontroversen. Besonders sein angespanntes Verhältnis zu Kapitän Mohamed Salah sorgte für Unruhe rund um die Mannschaft. Nach der Auswechslung des Angreifers in einem Qualifikationsspiel und dessen anschließender Abreise aus dem Trainingslager wurde öffentlich über einen Bruch zwischen Trainer und Führungsspieler diskutiert. Hinzu kamen Debatten um Äußerungen Hassans sowie Vorgänge außerhalb des sportlichen Bereichs. Die EFA entschied sich deshalb trotz des historischen WM-Ergebnisses für einen Neuanfang. Einen Nachfolger präsentierte der Verband direkt mit: Ali Maher übernimmt die Auswahl und soll nun ein neues Trainerteam zusammenstellen. Der ehemalige ägyptische Nationalspieler war zuletzt für Ceramica Cleopatra tätig und muss sich ohne lange Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben einstellen. Bereits am 13. und 17. November trifft Ägypten in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2027 zweimal auf Malawi. Hassan verlässt die Pharaonen nach knapp drei Jahren im Amt – nur wenige Monate nach dem größten WM-Erfolg des Landes.

