Die Zukunft von Florian Kohfeldt beim SV Darmstadt 98 ist nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Nürnberg offener denn je. Geschäftsführer Sport Paul Fernie vermied im Sky-Interview nach der Partie ein Bekenntnis zu seinem Cheftrainer. Der Engländer stellte sich damit nicht ausdrücklich hinter Kohfeldt und ließ offen, ob der 43-Jährige auch im nächsten Spiel noch auf der Bank der Lilien sitzen wird. Eine Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit verkündete Fernie allerdings ebenfalls nicht. Das ausgebliebene Bekenntnis wiegt dennoch schwer, zumal sich die sportliche Krise der Südhessen durch die Niederlage weiter verschärft hat. Darmstadt blieb erneut ohne den erhofften Befreiungsschlag und steckt nach dem schwachen Saisonstart tief im Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Ob die Verantwortlichen Kohfeldt noch einmal die Möglichkeit geben, mit der Mannschaft eine Wende einzuleiten, dürfte nun intern beraten werden.
Bemerkenswert ist Fernies Zurückhaltung auch deshalb, weil er sich in der Vergangenheit mehrfach deutlich für Kohfeldt ausgesprochen hatte. Erst im Mai hatten die Lilien den Vertrag mit dem früheren Trainer von Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg verlängert, ohne eine Laufzeit zu nennen. Damals betonte Fernie noch, dass Kohfeldt für eine klare Spielidee stehe und zahlreiche Spieler weiterentwickelt habe. Gemeinsam wolle man in Darmstadt die nächste Stufe erreichen. Rund ein halbes Jahr später ist von dieser öffentlichen Rückendeckung vorerst wenig geblieben. Die Mannschaft wartet weiterhin auf sportliche Konstanz, individuelle Fehler und schwache Auftritte haben den Druck auf Trainer und Verantwortliche zuletzt erhöht. Das ausgebliebene Bekenntnis bedeutet noch nicht automatisch die Trennung, ist nach der erneuten Niederlage aber ein deutliches Warnsignal. Die kommenden Stunden könnten deshalb richtungsweisend für Kohfeldts Zukunft am Böllenfalltor werden.

