Blitz-K.o. im Titelkampf

Schock in Hannover: "Kannibale" Severino schickt Holzer schlafen

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Igor Severino bleibt Champion im Bantamgewicht. (Foto: Oktagon MMA)
07.11.2026 | 23:18 Uhr
Heimspiel, Titelchance und der härteste Test seiner Karriere: Max Holzer will in Hannover nach Gold greifen. Dafür muss der ungeschlagene Lokalmatador bei Oktagon 97 den Brasilianer Igor Severino bezwingen. Der Abend nimmt ein Ende, mit dem viele nicht gerechnet hatten.

Hannover bekommt einen Lokalmatadoren im Titelkampf und Max Holzer die Chance, Geschichte zu schreiben. Der Hannoveraner kann der erste deutsche Oktagon-Champion werden. Bei seinem MMA-Duell mit Titelträger Igor Severino muss der 24-Jährige alles abrufen - scheitert aber bereits in der ersten Runde am bärenstarken Brasilianer.

Severino vs Holzer - Oktagon 97 in Hannover ...

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Holzer startete sogar druckvoll in die erste Schlagsequenz mit Severino erwischte ihn mit einer linken Geraden und drängte ihn an den Käfigzaun. Der Brasilianer, Spitzname der "Kannibale", befreite sich und rüttelte Holzer mit einer Kombination durch. Der nahm die Doppeldeckung hoch, ein Zeichen für Severino so richtig aufzudrehen. Es folgte ein Schlaghagel in dem Holzer mehrfach getroffen wurde und zu Boden ging - der Referee sprang dazwischen und beendete den Kampf. Stille in der ganzen Arena bei den 12.000 Zuschauern, die Holzer frenetisch angefeuert hatten. Für Holzer war es die erste Niederlage im 13. Profikampf.

Im Co-Main-Event wollte Gjoni Palokaj nach einem verlorenen Titelkampf im Federgewicht mit einem Sieg gegen Zafar Mohsen gleich wieder ein Wörtchen im Titelrennen mitreden. Mit beeindruckender Präzision feuerte der Hannoveraner starke Schläge und Kicks aber, Mohsen antwortete jedoch ebenfalls mit Legkicks. In der ersten Runde sahen die Punktrichter sogar Mohsen vorne. Ab Runde zwei zeigten die härteren Treffer Palokajs Wirkung. Mohsen ging zu Boden, Palokaj landete auf ihm und eigentlich in einer ungünstigen Position, die er aber in einen Triangle Choke verwandeln konnte. Mohsen klopfte ab - es war der erste vorzeitige Sieg des Deutsch-Albaners seit drei Jahren.

Den Auftakt in Hannover machte aber eine junge Stuttgarterin, die ihr Debüt in der Organisation feiern durfte. Kathrin Häberle gilt als großes Talent im deutschen Frauen-MMA, mit der Brasilianerin Poliana Albuquerque sollte sie an diesem Abend keine Probleme haben. Im Duell der beiden Fliegengewichte gab die Deutsche den Ton an. Sie wartete, bis sich Lücken bei der Brasilianerin ergaben und landete dann schnelle Boxkombinationen. Sie drängte Albuquerque an den Käfigzaun und arbeitete hier auch mit Kniestößen. Die Brasilianerin war permanent in der Defensive. Sobald sie versuchte, mit Schlägen aus der Bedrängnis zu kommen, tauchte Häberle ab und landete selbst zwei bis drei harte Treffer zum Körper. Nach rund zweieinhalb Minuten hatte der Referee genug gesehen und schritt ein. Sieg durch technischen Knockout für Häberle.

Der Hannoveraner Mo Walid hatte den Kampf gegen Matheus Severino erst drei Tage vor dem Event angenommen. Der Lokalmatador wusste, dass der Brasilianer eine harte Nuss werden würde. Gleich zu Beginn zeigte Severino mehrere Drehkicks, die nur haarscharf an Walids Kopf vorbeirauschten. Nach zwei Minuten traf dann ein linker Haken Severinos voll ins Schwarze - Walid ging zu Boden, der Kampf war entschieden.

Islam Djabrailov hatte seine Karriere mit 26 Jahren aus beruflichen Gründen eigentlich beendet, der Solaranlageninstallateur aus Hannover wollte es bei Oktagon gegen Kenji Bertoluzzi aber noch einmal wissen. Bereits nach einer Minute landete der Lokalmatador eine rechte Gerade, die seinen Schweizer Gegner in Wanken brachte. Mit einem Rear-Naked-Choke versuchte Djabrailov Bertoluzzi zur Aufgabe zu zwingen, was zunächst nicht gelang. In der zweiten Runde konnte Djabrailov dann mit einem Guillotine-Griff den Kampf für sich entscheiden. Bertoluzzi wurde zuvor noch nie durch Submission besiegt.

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Islam Djabrailov siegte durch Submission. (Foto: Oktagon MMA)

Holzer-Bruder packt die Krokodilsrolle aus

Während Max Holzer erst den Hauptkampf in Hannover bestreiten sollte, war sein jüngerer Bruder Jan etwas früher an der Reihe. Und der erste Profikampf des erst 19-Jährigen hatte es in sich. Das Publikum feuerte den Hannoveraner im Duell der Weltergewichte frenetisch an, Jan Holzer machte ordentlich Druck im Kampf gegen Jan Svagerko. Der Tscheche bot in den ersten Minuten noch Paroli und landete im Clinch Kniestöße. Immer wenn Holzer Distanz aufbauen konnte, landete der Deutsche auch die besseren Treffer. Als Svagerko dann nach einem Treffer zu Boden ging, setzte Holzer nach. Mit einer Krokodilsrolle leitete er einen Würgegriff ein, der ihm letztlich den Sieg brachte. "Ich hatte die Situation in der Kabine noch geübt", so Holzer gegenüber RTL. Sein Trainer habe gesagt, sobald der Gegner komische Dinge am Boden probiert, solle er die Rolle machen. "Ich bin froh, dass es geklappt hat", so Holzer.

Mit Haci Akseker stand in der Folge ein weiterer Lokalmatador im Käfig. Der ehemalige Bundeswehrsoldat bekam den Polen Jonatan Kujawa vor die Fäuste. Akseker wollte seine Niederlage von vor sechs Monaten wiedergutmachen. Und der 24-Jährige startete abwartend, Kujawa mit Leopardenfrisur hielt sich in den ersten Minuten ebenfalls noch zurück. Gegen Rundenende brachte Akseker den Polen mit einer Eins-Zwei-Kombination zu Boden, setzte nach, doch die Uhr rettete Kujawa. In der zweiten Runde lief der polnische Federgewichtkämpfer dann aber in einen Jab des Deutschen. Kujawa ging zu Boden und Akseker setzte zum Ground and Pound an. Nach harten Ellbogenstößen am Boden ging der Referee dazwischen. Akseker feierte seinen Sieg.

Dampflok Detzel teilt 301 Schläge aus - und siegt

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Detzel taucht zum Takedown ab.

MMA-Top-Talent Justin Detzel ließ gegen Kacpar Fratczak nichts anbrennen. Der 22-Jährige überrollte den noch ungeschlagenen Polen drei Runden lang. Jede Runde eröffnete Detzel mit einem Takedown und kontrollierte das Geschehen am Boden. Er arbeitete sich in immer bessere Positionen vor, landete sogar mehrfach in der Mount - der dominantesten Oberlage im MMA. Insgesamt feuerte Detzel 301 Schläge ab, während Fratczak nur in der Defensive war. Nach Punkten siegte Detzel schließlich deutlich.

Verwendete Quellen: ntv.de, mba