Der TagSektenführer wegen Mordes an 190 Kindern verurteilt
Erst sollten die Kinder verhungern, dann die Frauen, zuletzt die Männer: So predigte ein früherer Taxifahrer in Kenia den Weg ins Paradies. Drei Jahre nach dem Fund Hunderter Leichen fiel nun das Urteil. Der selbsternannte Prediger Paul Mackenzie wurde zu 200 Jahren Haft verurteilt. Das Obergericht in der Küstenstadt Mombasa befand ihn und 28 Mitangeklagte des Mordes an 190 Kindern und Jugendlichen sowie einem Erwachsenen für schuldig, wie es bereits im Oktober geurteilt hatte.
Ermittler waren im Frühjahr 2023 in dem abgelegenen Waldgebiet Shakahola an der Küste des ostafrikanischen Landes auf Massengräber gestoßen. Insgesamt wurden mehr als 400 Leichen entdeckt, viele davon stark verwest. Obduktionen ergaben, dass zahlreiche Opfer verhungert waren. Andere wiesen Verletzungen durch Schläge und Anzeichen von Ersticken auf. Mackenzies 28 Mitangeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen 10 und 160 Jahren verurteilt. Zwei weitere Angeklagte waren im Laufe des Prozesses verstorben. Die Verurteilten haben zwei Wochen Zeit, um Berufung einzulegen.