Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:03 Selenskyj warnt vor russischen Angriffen auf Energieanlagen und Brücken +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor russischen Angriffen auf Energieanlagen und weitere Infrastruktureinrichtungen in seinem Land. Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Attacken "gegen den Energiesektor, gegen unsere Brücken über den Dnipro und gegen zivile Infrastruktur" vorbereitet würden, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Die ukrainische Armee bereite sich auf die Angriffe vor, sagt Selenskyj weiter. Die Lage sei für das Militär jedoch nicht einfach. Der Präsident fordert erneut Abfangraketen für das Patriot-System zur Luftabwehr. "Jeder einzelne Tag bei den Lieferungen ist äußerst wichtig. Und wir drängen unsere Partner eindringlich, die Lieferungen nicht zu verschieben", fügt er hinzu.
+++ 22:02 Selenskyj: Angriffe auf russische Ölindustrie gehen weiter +++
Die Ukraine setzt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe auf Ziele der russischen Ölindustrie fort. "Der Einsatz gegen die russische Ölverarbeitung geht weiter - als Antwort auf russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen", erklärte der Präsident auf Telegram. Russische Behörden haben in der vergangenen Woche mehrere solcher Attacken gemeldet. Kiew bekannte sich nicht ausdrücklich dazu.
+++ 21:26 Kallas schließt Friedensabkommen ohne EU-Beteiligung aus +++
Ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg darf nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas nicht ohne die EU-Staaten geschlossen werden. "Wir können nicht sagen, wie und wann die Ukraine und Russland einen Friedensvertrag schließen werden", sagt sie. "Damit irgendein Abkommen umgesetzt werden kann, wird es die Beteiligung der Europäischen Union erfordern", fügt sie hinzu. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag (Ortszeit) ein "sehr großes" Abkommen mit Russland angekündigt, das nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise "ganz Europa" betreffen werde. "Alle werden begeistert sein", fügte er hinzu. Ab kommendem Dienstag kommen Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA in Abu Dhabi zu Dreiergesprächen über ein mögliches Kriegsende zusammen.
+++ 20:23 Spanien sagt Ukraine neues Militärpaket über 437 Millionen Euro zu +++
Spanien stellt der Ukraine ein neues Paket an Militärhilfe im Wert von 437 Millionen Euro zur Verfügung, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilt. Er habe mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez über den Inhalt des Pakets und die dringendsten Verteidigungsbedürfnisse gesprochen. "Spanien hilft uns und unterstützt uns in all den Jahren dieses Krieges konsequent", sagt Selenskyj. Zudem spricht er von russischen Angriffen auf Energieversorgung, Logistik und Bahn: "In diesem Jahr hat Russland mehr unserer Lokomotiven beschädigt als in allen vorherigen Jahren dieses Krieges." Besonders in Kiew sei die Lage schwierig, Stromnetz und Wasserversorgung stünden unter ständigem Beschuss.
+++ 19:39 Wieder Streit zwischen Selenskyj und Klitschko +++
Im Streit über die Vorbereitung Kiews auf russische Angriffe werfen sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bürgermeister Vitali Klitschko gegenseitig schwere Versäumnisse vor. Selenskyj bezeichnet die Lage in der Hauptstadt auf der Online-Plattform X als "äußerst ernste" Folge ausbleibender Vorbereitungen auf die Heizperiode. Die Stadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern leidet nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur unter schweren Ausfällen bei der Strom- und Wasserversorgung. Klitschko weist die Kritik zurück und wirft der Regierung vor, die Genehmigung eines Notfallplans für die Metropole zu verzögern. Die Zentralregierung versuche, ihn mit "ständigen Manipulationen" zu schwächen und zerstöre damit die Stadt, erklärt er.
+++ 18:50 Erstes neues US-Truppenkontingent in Estland eingetroffen +++
In Estland ist ein neues Kontingent an US-Truppen eingetroffen. Eine Sprecherin der US-Botschaft in Tallinn bestätigt dem estnischen Rundfunk die Anwesenheit einer Einheit der amerikanischen Streitkräfte für einen geplanten neunmonatigen Einsatz in dem an Russland grenzenden EU- und Nato-Land. Nach Angaben von Estlands Verteidigungsminister Martin Herem befindet sich das Vorauskommando der Einheit und ihre Ausrüstung seit über einer Woche in Estland. Wie viele US-Truppen insgesamt in den Baltenstaat verlegt werden, bleibt zunächst unklar. "Für Estland ist die US-Präsenz hier sowie die US-Sicherheitsunterstützung für die baltischen Staaten von großer Bedeutung", teilt Außenminister Margus Tsahkna mit. Sie bildeten einen Eckpfeiler der Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie der Nato. Estland sieht sich wegen der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als vier Jahren von Russland bedroht.
+++ 17:56 Vor Verhandlungen in Abu Dhabi: Nato will "gerechtes" Ende für Ukraine-Krieg +++
Die Nato bekräftigt vor den für kommende Woche geplanten Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi ihre Bemühungen um ein "gerechtes und nachhaltiges Ende des Kriegs in der Ukraine". Vertreter des Verteidigungsbündnisses, der USA, der Ukraine und europäischer Staaten hätten sich am Donnerstag in Brüssel zu Vorbereitungen getroffen, teilt eine Nato-Sprecherin mit. Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA kommen am Dienstag und Mittwoch zu Dreiergesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs zusammen.
+++ 17:23 Brüssel zu Trump-Ankündigung: EU entscheidet selbst über eigene Sicherheit +++
Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump eines "sehr großen" Abkommens zur Ukraine betont die EU ihre Souveränität in Sicherheitsfragen. "Es ist offensichtlich Sache der Europäischen Union, über Belange zu entscheiden, die ihre Sicherheit betreffen", sagt eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Sie verweist auf einen Beschluss der europäischen Staats- und Regierungschefs. Trump hatte zuvor ein "sehr großes" Abkommen mit Moskau zur Ukraine und womöglich "ganz Europa" in Aussicht gestellt. Details nannte der US-Präsident nicht. "Wir wünschen uns alle, dass wir bald ein Friedensabkommen haben", sagt die Kommissionssprecherin weiter. Dafür müsse aber vor allem Russland Bereitschaft für ein Ende des Krieges in der Ukraine zeigen. "Der Weg dahin ist noch lang, weil wir von dieser Seite bisher nicht viel Bewegung gesehen haben", sagt sie. Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA kommen am Dienstag und Mittwoch zu Dreiergesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs zusammen.
+++ 16:44 Ukraine: Russland nutzt eigenes Satellitennetzwerk für Drohnenangriffe +++
Russland nutzt nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR sein neues Satellitennetz "Rasswet" für die Militärkommunikation. Damit will Moskau Drohnen präziser steuern und sie widerstandsfähiger gegen elektronische Störungen machen, teilt der HUR der Nachrichtenagentur Reuters mit. In diesem Jahr hat Russland demnach 32 Satelliten ins All gebracht. Das Netz gilt als Antwort auf Starlink, ist aber deutlich kleiner und deckt die Ukraine laut HUR-Sprecher Andrij Jussow nur zeitweise ab. Bis 2035 plant der Betreiber mehr als 900 Satelliten. Die Ukraine versucht, den Aufbau zu stören: Selenskyj verhängt Sanktionen gegen zehn beteiligte Firmen, im August griff das Militär ein Raketenzentrum in der Region Samara an, wo die Trägerraketen produziert werden.
+++ 16:02 Weber: Trump könnte Ukraine "zum Abkommen prügeln" +++
Putin will Land, das er nicht erobert hat. Kiew will nicht hergeben, wofür Zehntausende gestorben sind. Dazwischen sitzt Washington und hat Hebel in der Hand, etwa die Starlink-Terminals. Sicherheitsexperte Joachim Weber sieht zwei Auswege aus diesem Patt. Nur einer davon lässt der Ukraine noch eine Wahl.
+++ 15:13 Anschlagsversuch in Leipzig: BKA fahndet mit KI-Bild nach Verdächtigem auf E-Bike +++
Nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle im August suchen das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanwaltschaft nach einem bislang unbekannten mutmaßlichen Verdächtigen. Auf der BKA-Website und auf Plakaten in der Umgebung bitten die Ermittler mit einem KI-generierten Bild um Hinweise von Zeugen. Zu sehen ist eine Person auf einem E-Bike in langer schwarzer Kleidung. Zwei Tatverdächtige hat das BKA bereits identifiziert, Einzelheiten nennt es nicht. Der oder die Unbekannte könne "ebenfalls mit dem Drohnenangriff in Verbindung gebracht werden". Anfang August war am Flughafen, einem Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine, eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich und kündigte Anfang September neue Strafmaßnahmen an. Moskau weist die Vorwürfe zurück.
+++ 14:39 Strom in Teilen der Ukraine nach Angriffen ausgefallen +++
Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht erneut Energieinfrastruktur-Einrichtungen in der Ukraine angegriffen. In sieben Regionen habe dies zu neuen Stromausfällen geführt, sagte der stellvertretende Energieminister der Ukraine, Artem Nekrassow. Die betroffenen Regionen seien Winnyzja, Dnipropetrowsk, Schytomyr, Saporischschja, Kiew, Charkiw und Tschernihiw. "Die Lage ist in der Hauptstadtregion nach wie vor am schwierigsten", sagt Nekrassow. Die Versorgungsunternehmen müssten aufgrund schwerer Schäden immer noch Netzbeschränkungen verhängen.
+++ 13:59 Litauens Präsident: "Russen werden nur so tun, als verhandelten sie" +++
Der litauische Präsident Gitanas Nauseda geht davon aus, dass Russland derzeit keine Friedensabsichten hat. "Die Russen werden nur so tun, als verhandelten sie. Ich vertraue ihnen nicht", sagt Nauseda im Interview mit "Welt". Die Einschätzungen der baltischen Staaten und Polens zu Russland hätten sich immer wieder als richtig erwiesen, fährt er fort. "Russland wird Forderungen stellen, die für die Ukraine von vornherein inakzeptabel sind, damit die sogenannten Verhandlungen scheitern." Litauens Präsident glaubt, dass Russland die Wintermonate nutzen werde, um die Ukraine durch Luftangriffe auf die Städte weiter unter Druck zu setzen. "Die russische Führung sieht derzeit keine Notwendigkeit, Verhandlungen aufzunehmen – zumindest nicht vor dem Frühjahr 2027", so Neuseda. Am Dienstag und Mittwoch wollen Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA in Abu Dhabi Dreiergespräche führen. Es ist das erste derartige Treffen seit Februar.
+++ 13:31 Kreml reagiert verhalten auf Trumps große Deal-Ankündigung +++
Nach der Ankündigung eines großen Abkommens zur Ukraine durch US-Präsident Donald Trump dämpft Russland die Erwartungen. Von europäischer Seite sehe Moskau bisher keine Bereitschaft, Fragen eines künftigen Sicherheitssystems auf dem Kontinent zu erörtern, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Zudem hätten die Europäer bisher nicht einmal einen Verhandlungsführer bestimmt. Die Ukraine und Russland verhandeln nächste Woche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi über eine mögliche Beendigung des Krieges. Die Europäer sind an den Verhandlungen aber nicht beteiligt. Russland zeigt sich nun offen für eine künftige Beteiligung Europas. Es gehe um das künftige Sicherheitssystem in Europa und um gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der Ukraine, sagt Peskow. "Daher wird ein Gespräch mit den Europäern erforderlich sein."
+++ 12:58 Roboter stürmen gegen Russen an - Drohnen greifen ein +++
Im Osten der Ukraine liefern sich unbemannte Systeme Gefechte. Laut russischen Militärkanälen setzen ukrainische Truppen bei Lyman 28 Bodenroboter mit Sprengsätzen und Granatwerfern ein. Aus der Luft schlagen Moskaus Drohnen zurück.
+++ 12:41 Merz spricht mit Trump über "neues Gefühl der Dringlichkeit" bei Ukraine +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat vergangene Nacht mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das teilt Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin mit. Man sei sich einig, dass der Krieg gegen die Ukraine schnellstmöglich beendet werden müsse, sagt Kornelius. Eine Friedensvereinbarung müsse darüber hinaus Konsens der Nato-Partner haben. Es gebe nach den US-Wahlen ein "neues Gefühl der Dringlichkeit", das Verhandlungsmandat habe sich "enorm" verdichtet, sagt der Regierungssprecher. Mehr dazu hier.
+++ 12:29 Nach verheerendem russischem Bombenangriff steigt Opferzahl weiter +++
Die Zahl der Toten bei einem russischen Bombenangriff auf ein ukrainisches Verteilzentrum für Hilfsgüter am Montag ist auf 53 gestiegen. Das teilt der amtierende Gouverneur der Region Saporischschja, Mychajlo Semikin, bei Telegram mit. Die Such- und Rettungsarbeiten in dem Dorf Komyschuwacha dauerten den fünften Tag an. Der ukrainische Katastrophenschutz hatte die Zahl der Toten zuletzt mit 50 angegeben und erklärt, die Arbeiten würden trotz der ständigen Gefahr russischen Beschusses fortgesetzt. Der Angriff am Montag gilt als einer der folgenschwersten für die Zivilbevölkerung in diesem Jahr. Mehr dazu hier.
+++ 12:10 Wadephul verlangt zentrale Rolle Europas bei Friedenslösung +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert eine zentrale Rolle der Europäer bei der Suche nach einer Friedenslösung für die Ukraine. "Es geht um Krieg oder Frieden: Die Zukunft unseres Miteinanders in Europa entscheidet sich in der Ukraine", erklärt der CDU-Politiker. Über die Zukunft der Ukraine dürfe nicht ohne die Ukraine entschieden werden und über die Sicherheit Europas nicht ohne Europa. Dies sei der Maßstab für alle Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs. Wichtig sei auch, "dass wir als transatlantisches Bündnis, als Europäer und Amerikaner, gemeinsam und geschlossen gegenüber Russland auftreten", fügt der Außenminister hinzu. Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA kommen in der kommenden Woche in Abu Dhabi zu Dreiergesprächen zusammen. Die Europäer sitzen bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch. US-Präsident Donald Trump stellte am Donnerstag nach einem Treffen mit Kreml-Berater Kirill Dmitrijew ein "sehr großes" Abkommen mit Russland in Aussicht, das nicht nur die Ukraine, sondern "ganz Europa" betreffen könnte.
+++ 11:35 Munz über Trumps Diesel-Deal: "Erste Tanker Russlands abgedreht" +++
Zunächst bittet Donald Trump Russland um Diesel, nach den Midterms raunt er von einem "großen Deal" mit dem Land. ntv-Korrespondent Rainer Munz ordnet die Chance auf einen schnellen Frieden in Russland ein - und berichtet von der Routenänderung russischer Dieseltanker.
+++ 10:59 Russische Verluste laut Schätzung auf zweithöchstem Tageswert +++
Im Krieg in der Ukraine weiten sich die Kampfhandlungen offenbar weiter aus. Die Zahl der getöteten oder verwundeten russischen Soldaten stieg zuletzt deutlich an. Ukrainischen Schätzungen zufolge kommen derzeit im Schnitt mehr als 1800 Angreifer pro Tag in der Ukraine ums Leben oder fallen anderweitig als kampfunfähig aus. In der jüngsten Tagesmeldung gibt der ukrainische Generalstab die russischen Verluste aus den zurückliegenden 24 Stunden mit 2440 getöteten oder verwundeten Soldaten an - das ist die zweithöchste Tagessumme seit Kriegsbeginn. Am 2. November war die Zahl der ausgeschalteten Soldaten auf 2500 geschätzt worden.
+++ 10:16 Litauen-Brigade testet Kamikazedrohnen +++
Bei ihrem Manöver "Freedom Shield" wird die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 der Bundeswehr diesen Monat erstmals auch Kamikaze-Drohnen testen. Neben verschiedenen Drohnen aller Art sollen bei der bislang größten Gefechtsübung des Kampfverbandes an der Nato-Ostflanke erstmals auch neue "Loitering Munition"-Systeme zum Einsatz kommen. Dies teilt ein Sprecher der Brigade in dem baltischen EU- und Nato-Land mit, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus grenzt. Kamikazedrohnen können über längere Zeit in der Luft über einem Gebiet verweilen (englisch "to loiter") und dann ihr Ziel angreifen. Dabei werden sie in der Regel selbst zerstört.
+++ 09:39 Selenskyj: Ukraine muss sich an neue politische Lage in den USA anpassen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview zur Sicherung weiterer Hilfen eine rasche Anpassung an die neuen politischen Machtverhältnisse in den USA gefordert. Das Land müsse die parteiübergreifende Unterstützung bündeln, sagt er dem ukrainischen Fernsehsender TSN. Die Versorgung mit Raketen für das US-Luftabwehrsystem Patriot habe dabei oberste Priorität. Das US-Außenministerium hatte in der vergangenen Woche den Verkauf von 500 Patriot-Raketen genehmigt, deren Lieferung erst für Anfang der 2030er Jahre erwartet wird.
+++ 09:11 Russische Angriffe beschädigen Gebäude und Infrastruktur - mehrere Opfer +++
Die russischen Angriffe auf die Ukraine führen zu weiteren Opfern. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurde am Morgen ein Mann in einem Dorf in der Region Riwne bei einem Angriff getötet. Bei einem nächtlichen Angriff in der Region Kiew wurden drei Menschen verletzt. Zudem wird von Schäden an Gebäuden, darunter Wohnhäuser, und an Energieinfrastruktur berichtet. Die ukrainischen Luftstreitkräfte teilen mit, seit dem Abend 196 von 227 Drohnen abgewehrt zu haben.
+++ 08:39 Tokio fordert Moskau zur Rückgabe beschlagnahmter Tabakbetriebe auf +++
Japan legt formellen Protest gegen die Beschlagnahmung von Vermögenswerten von Japan Tobacco durch Russland ein. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama sagt, Tokio habe die Beschwerde auf diplomatischem Wege übermittelt und fordere Moskau eindringlich auf, diesen Schritt rückgängig zu machen. "Die japanische Regierung hat Russland konsequent aufgefordert, sicherzustellen, dass die legitimen Interessen japanischer Bürger und Unternehmen nicht beeinträchtigt werden", sagt sie. "Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und in enger Abstimmung mit den zuständigen Ministerien und Behörden sowie JT angemessen reagieren." Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Donnerstag ein Dekret, das alle vier russischen Produktionsbetriebe von Japan Tobacco unter vorübergehende staatliche Kontrolle stellt. Die japanische Regierung hält mehr als ein Drittel des Tabakunternehmens, das seit 1999 in Russland tätig ist.
+++ 07:58 Deutschland droht "Dreikönigsszenario" in hybridem Krieg +++
Kurz nach den mysteriösen Vorfällen um Kühltruhen in deutschen Supermärkten tauchen Bombendrohungen gegen Linienflüge auf. Militärexperte Ralph Thiele vermutet einen Zusammenhang beider Taten.
+++ 07:21 Ukraine: Russland bombardiert Kraftwerk +++
Russische Luftstreitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge ein Kraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Sumy bombardiert. Auch eine Militärbrigade in der Region Saporischschja sei angegriffen worden. Wie russische Nachrichtenagenturen melden, kam bei dem Angriff eine Bombe vom Typ FAB-3000 zum Einsatz. Die Agenturen beriefen sich auf das Verteidigungsministerium in Moskau.
+++ 06:45 In russischer Ölraffinerie soll Feuer ausgebrochen sein +++
Es gibt Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar, der die Afipsky-Ölraffinerie zum Ziel gehabt haben soll. In der Raffinerie sei ein Brand ausgebrochen, meldet der Telegramkanal Exilenovaplus in der Nacht. Laut dem Telegramkanal Astra berichten Anwohner von mehreren Explosionen in der Stadt Krasnodar, vom Einsatz der Luftabwehr, sowie von starker Rauchentwicklung aus Richtung der Raffinerie. Der Qualm ziehe bis zu den Außenbezirken der Stadt, heißt es. Dass die Raffinerie getroffen wurde, ist bisher nicht offiziell bestätigt. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden in der Nacht über der Region Krasnodar ukrainische Drohnen abgewehrt.
+++ 06:13 Wadephul reist zu Treffen des Ostseerates nach Warschau +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul reist am heutigen Freitag zu einem Treffen des Ostseerats nach Warschau. Bei den Beratungen mit seinen Kollegen aus den Ostseeanrainer-Staaten stehen nach Angaben des Auswärtigen Amts die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die Aktivitäten der sogenannten russischen Schattenflotte im Mittelpunkt. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Handelssanktionen. Der Ostseerat wurde 1992 gegründet. Dem Gremium gehören derzeit acht Ostsee-Anrainerstaaten an - neben Deutschland und Polen sind dies Estland, Lettland, Litauen, Schweden, Finnland und Dänemark - sowie Norwegen, Island und die EU-Kommission.
+++ 05:43 Selenskyj dankt Spanien für eine halbe Milliarde Dollar Militärhilfe +++
Nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez kündigt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an, dass Madrid ein Militärhilfepaket in Höhe von 437 Millionen Euro (490 Millionen US-Dollar) an die Ukraine liefern wird. "Spanien hat uns während des gesamten Krieges stets Hilfe und Unterstützung geleistet", sagt Selenskyj. "Und es gibt ein neues Militärhilfepaket aus Spanien im Wert von 437 Millionen Euro. Vielen Dank!" Anlässlich des 30. Iberoamerikanischen Gipfels traf Selenskyj mit hochrangigen Beamten aus spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern Europas und Amerikas zusammen. Die Gelder werden dazu beitragen, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken, da russische Angriffe die ukrainische Transport- und Energieinfrastruktur schwer treffen, sagt Selenskyj.
+++ 04:43 Prien wirbt um mehr Zustimmung zu deutschen Ukraine-Hilfen +++
Bundesfamilienministerin Karin Prien wirbt um mehr Zustimmung zu den deutschen Ukraine-Hilfen. "Die Ukraine steht vor dem nächsten, möglicherweise härtesten Kriegswinter", sagt sie der "Rheinischen Post". "Die ukrainische Bevölkerung leidet unter den massiven Angriffen Russlands. Und natürlich wissen wir: Die Ukraine verteidigt nicht nur ihr Land, sondern die demokratische Zukunft und zentrale Werte Europas." Sie betont: "Wer den Mut der Menschen und den ungebrochenen Willen erlebt, Freiheit, Demokratie und nationale Unabhängigkeit zu verteidigen, kann keinen Zweifel daran haben, dass wir die Ukraine weiter unterstützen müssen." Die Ministerin sieht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, den Menschen in Deutschland die große Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land zu erklären.
+++ 03:49 Ukrainischer Außenminister: "Erwarten neue Dynamik" nach den Midterms +++
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rechnet nach der Zwischenwahl in den USA mit neuen Schritten zur Unterstützung seines Landes. "Wir erwarten eine neue Dynamik", sagt er auf einer Pressekonferenz in Bukarest. "Wir erwarten neue Schritte zur Unterstützung der Ukraine." Ohne die USA sei es nicht möglich, den Krieg zu beenden. Zugleich sei eine neue Rolle für Europa erforderlich.
+++ 02:49 Verteidigungsministerium: Schon mehr als 4700 Bundeswehr-Auftritte an Schulen +++
Die Bundeswehr hat in diesem Jahr bereits 4737 Auftritte an Schulen und Hochschulen absolviert. Das geht aus Antworten des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt. Bundesweit sind laut Ministerium zudem mehr als 500 weitere Auftritte bis Jahresende geplant. Am häufigsten schaute die Bundeswehr in den vergangenen Monaten in Bayern vorbei, wo es in diesem Jahr schon 1026 Schulauftritte gab - die meisten von ihnen an Berufsschulen. In Nordrhein-Westfalen war die Bundeswehr 645 Mal an Schulen vertreten, in Niedersachsen kam es zu 609 Auftritten. Damit fand fast jeder zweite Bundeswehr-Schulbesuch in einem dieser drei Bundesländer statt. In Berlin teilte das Verteidigungsministerium 150 Auftritte mit, die wenigsten Schulbesuche gab es im Saarland (21) und in Bremen (14). Die Linken-Abgeordnete Nicole Gohlke äußert sich kritisch. "Diese ungezügelte Bundeswehrpräsenz an Schulen ist ein politischer Skandal", sagte Gohlke der "Rheinischen Post". "Eine Armee, die dringend Nachwuchs benötigt, kann kein neutraler Bildungsanbieter sein. Ihr Zugang zu Klassenzimmern kann niemals ein Beitrag zur politischen Bildung sein", kritisiert sie.
+++ 01:23 Selenskyj: Russland zieht verschleppte ukrainische Kinder in die Armee ein +++
Russland zieht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus der Ukraine verschleppte Kinder in die eigene Armee ein, nachdem sie während des Krieges volljährig geworden sind. "Das ist schrecklich, und das muss aufhören", sagt Selenskyj beim Ibero-Amerikanischen Gipfel in Madrid. Russland habe Tausende ukrainische Kinder entführt. Um das zu stoppen, müsse die Welt von diesen Verbrechen erfahren: "Bitte sprecht darüber und sorgt dafür, dass die Welt von diesen Verbrechen hört." Bislang seien 2790 Kinder in die Ukraine zurückgekehrt, teilt Selenskyj mit.
+++ 00:23 Grüne empört über AfD-Bundestagstermin mit Julija Mendel +++
Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic kritisiert den Auftritt der Ex-Sprecherin und Kritikerin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Julija Mendel, bei einer AfD-Veranstaltung im Bundestag scharf. "Mendel betreibt Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur, und die AfD nimmt diese Propaganda gerne für ihren prorussischen U-Boot-Einsatz im deutschen Parlament auf", sagt Mihalic der "Rheinischen Post". "Das hat mit Meinung nichts zu tun, Frau Mendel beschönigt einen verbrecherischen Akt und tut gleichzeitig so, als müsse die Geisel ihren Widerstand aufgeben, damit die Geiselnahme beendet werden kann. Diese Verdrehung ist einfach nur widerlich und darf in den Räumen des Deutschen Bundestages keinen Platz haben", fordert sie.
+++ 23:13 Trump kündigt "sehr großen" Deal mit Russland an +++
US-Präsident Donald Trump hat einen "sehr großen" Deal mit Russland vorausgesagt, der nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise "ganz Europa" betreffen könnte. "Er wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass er ganz Europa umfassen könnte", sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. Nach eigenen Angaben hatte der US-Präsident zuvor unangekündigt Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington getroffen. "Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe", sagt Trump. "Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben." Er fügt hinzu: "Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein." Mit Vertretern der Ukraine, die ebenfalls nach Washington gereist waren, traf sich Trump nach eigenen Angaben nicht. Mehr dazu hier.
+++ 22:15 Populärer Z-Blogger verschwindet nach für Moskau unbequemem Beitrag über Oleschky +++
Der prorussische Kriegsblogger Wladimir Romanow, bekannt als "Romanov Lite", veröffentlicht seit sechs Tagen nichts mehr in seinem Telegram-Kanal mit 150.000 Abonnenten. Das bemerkt "Astra", ein unabhängiger russischer Telegram-Nachrichtenkanal. Zuvor postete Romanow mehrmals täglich. Er ist nach einem Beitrag über die Evakuierung aus Oleschky verstummt: Demnach sind 17 Busse mit Einwohnern in die Ukraine gefahren, aber nur vier auf russisch kontrolliertes Gebiet. Der Beitrag ist inzwischen gelöscht. Propagandist Wladimir Solowjow forderte im Fernsehen, den Blogger ins Gefängnis zu schicken. Der Telegram-Kanal "Agregator Prawdy", der sich auf Quellen aus dem Sicherheitsapparat beruft, berichtet, dass ein Strafverfahren wegen "Fake News" droht.
+++ 21:47 "Absurd": Kreml weist Verantwortung für Hackerangriffe auf Kühlanlagen zurück +++
Die russische Regierung weist den Verdacht zurück, Russland könne hinter der Welle von Hackerangriffen auf Supermarkt-Kühlanlagen in mehreren europäischen Ländern stecken. "Das sind absurde Äußerungen, und wie immer sind sie durch nichts belegt", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. In den vergangenen Tagen waren in mindestens zehn europäischen Staaten Kühl- und Gefrieranlagen von Supermärkten durch Hacker manipuliert worden, darunter auch in Deutschland. Es handele sich um "haltlose Vorwürfe", sagt Peskow. Es gebe einen "anhaltenden Trend" in europäischen Staaten, Russland "in alles hineinzuziehen". Zuvor hatte eine prorussische Gruppe die Verantwortung für die Hackerangriffe übernommen. Die Angaben lassen sich aber nicht unabhängig überprüfen.
+++ 21:01 Ukrainische Lehrerin stirbt in russischer Haft auf der Krim +++
Die Mitgründerin einer Sprachschule in Charkiw, Oleksandra Kazarovytska, ist nach Angaben ihrer Schule in russischer Untersuchungshaft auf der von Russland annektierten Krim gestorben. Sie war 44 Jahre alt. Die Schule schreibt auf Facebook, Russland habe sie "getötet". Die Frau, die zuletzt in der Türkei gelebt hatte, war im Sommer nach Sewastopol gereist, um ihren Eltern beim Verkauf der Wohnung zu helfen, die ebefalls in die Türkei ziehen wollten. Dort wurde sie festgenommen, weil auf ihrem Handy Nachrichten an eine Freiwillige aus der Zeit seit Beginn der russischen Invasion gefunden wurden. Drei Monate lang soll sie in Einzelhaft auf ihren Prozess gewartet haben. Die russischen Behörden nennen als Todesursache Suizid. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Nach Schätzungen des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez hält Russland rund 16.000 ukrainische Zivilisten widerrechtlich fest. Eine Recherche des "Kyiv Independent" beschreibt ein System von Untersuchungsgefängnissen auf der Krim, in denen Zivilisten monatelang ohne Anklage, Anwalt und Kontakt zu Angehörigen festgehalten werden. Häftlinge berichten von Folter unter Aufsicht des Geheimdienstes FSB.
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